Mein Name ist Nadja Gehring und ich mache seit September 2008 eine Ausbildung zur Industriekauffrau mit Zusatzqualifikation Europamanagement bei der Firma Wiha Werkzeuge GmbH.
Teil dieser Ausbildung ist es, einen mehrwöchigen Auslandsaufenthalt bei einer Tochtergesellschaft bzw. Vertriebsniederlassung der Firma zu absolvieren.
Deshalb ging es für mich am 04.09.2010 mit dem Flugzeug Richtung Singapur zur Tochtergesellschaft Wiha Asia Pacific Pte Ltd.
Dort angekommen ging es gleich am nächsten Tag mit der Arbeit los.
Meine Aufgabe für die nächsten sechs Wochen war es die Prozesse der Niederlassung zu dokumentieren. Genauer gesagt betrachtete ich den Anfrage- und Angebotsprozesse, die Auftragsabwicklung, die Einkaufsprozesse, die Management Prozesse und die Abwicklung der Buchhaltung.
Ziel war es, diese Prozesse möglichst genau abzubilden und zu optimieren, sodass die Einarbeitung neuer Mitarbeiter einfacher wird bzw., dass durch das Ausscheiden von Mitarbeitern keine wesentlichen Informationen verloren gehen.
In den ersten 2 Wochen bestand meine Arbeit hauptsächlich darin den beiden Damen, die dort im Büro angestellt sind, „über die Schulter“ zu schauen. Mit den notierten Informationen erfasste ich dann Schritt für Schritt die einzelnen Prozesse.
Zu Beginn fiel es mir noch ein bisschen schwer das Singlisch (= Singapore + Englisch) meiner beiden Arbeitskolleginnen zu verstehen. Typisch hierfür ist beispielsweise das am Ende vieler Sätze angehängte „lah“ oder „ah“. („Is everything ok, lah?” oder „I’ve already finished ah.”) Doch mit der Zeit gewöhnt man sich an alles und ich musste aufpassen, dass mein Englisch nicht auch in Singlisch „abdriftete“.
Während meiner Zeit in Singapur konnte ich bei einer sehr freundlichen und hilfsbereiten einheimischen Dame wohnen. Sie nahm mich sehr herzlich auf und ich fühlte mich bei ihr sofort sehr wohl und willkommen. Bei Fragen und Problemen stand sie mir immer mit einem offenen Ohr zur Seite, aber auch wenn ich einfach nach Feierabend jemanden zum „tratschen“ brauchte, war sie für mich da.
In meiner Freizeit, vor allem an den Wochenenden, hatte ich viel Zeit den Stadtstaat zu erkunden. Schnell hatte ich andere Deutsche kennen gelernt, mit denen ich an den Wochenenden auf Sightseeing Tour ging.
Singapur hat diesbezüglich EINIGES zu bieten:
den Singapore Flyer, den Merlion, das Wahrzeichen Singapurs, das Luxus Hotel Marina Bay Sands, die Partymeile Clark Quay, unzählige Shopping Center „zum Verlaufen“, die Erlebnisinsel Sentosa, den Singapore Zoo, die Stadtviertel Little India und Chinatown und vieles mehr, waren Ziele unserer Touren.
Für einen Tag ging es für mich sogar nach Kuala Lumpur, die Hauptstadt von Malaysia, wo ich eine ganz andere Welt kennen lernen durfte. Man könnte sagen das „richtige Asien“. Im Vergleich zum über- organisierten und sauberen Singapur: Laut, hektisch, chaotisch! Aber definitiv eine Erfahrung wert.
Sehr besonders war natürlich auch das Formel- 1- Nachtrennen durch die Stadt, das ich in voller Lautstärke miterleben durfte.
Für mich ist Singapur ist eine faszinierende Insel die zwar im südostasiatischen Raum liegt, jedoch überwiegend den Charme einer westlichen Großstadt aufweist.
Es leben sowohl Chinesen als auch Inder und Malayen in Singapur, weshalb es für mich besonders interessant war die Eigenheiten der einzelnen Kulturen kennen zu lernen. Doch egal welcher Bevölkerungsgruppe ich begegnete, jede davon habe ich als aufgeschlossen, unwahrscheinlich hilfsbereit und freundlich wahrgenommen.
Das Aufeinandertreffen der verschiedenen Kulturen spiegelt sich auch in einer sehr guten Küche wieder. Typische Gerichte sind Laksa (Nudeln mit Gemüse, Fisch, und Krabben in extrem scharfer Soße), Pepper Crab oder Chilli Crab (ganze Krabben garniert mit einer Art Pfeffer -oder Chili Soße, sehr zu empfehlen) und Chicken Rice (immer wieder gern gegessen in der Mittagspause).
Das Klima in Singapur ist unbeschreiblich heiß und schwül, es herrscht eine hohe Luftfeuchtigkeit, die durch beinahe tägliche Gewitter noch mehr steigt. Doch nach einigen Tagen lernt man schnell ein paar Schritte langsamer zu laufen, oder für die kürzesten Strecken den Bus zu nehmen, um extremere Schweißausbrüche zu vermeiden. Zusammenfassend kann ich sagen, dass mein Aufenthalt in Singapur sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich eine Bereicherung für mich war. In dieser Zeit habe ich viele neue Leute kennengelernt und konnte einmal über den Tellerrand hinaus blicken, musste mir Bekanntes zurück lassen und durfte neue, fremde Kulturen kennen lernen.
Es war für mich eine unvergessliche Zeit, doch bin ich auch wieder gerne und mit vielen neuen Eindrücken und Erinnerungen im Gepäck zurück in die Heimat geflogen.
Vielen Dank an die Firma Wiha, die mir die Möglichkeit gegeben hat diese Erfahrungen zu machen.