Wiha braucht Highspeed - und bekommt ihn wohl auch

Im Einsatz für die lokale Internet-Anbindung per Glasfaserkabel steht die Wiha Werkzeuge GmbH Seite an Seite mit ihrer Gemeinde und dem Landkreis.

Im Einsatz für die lokale Internet-Anbindung per Glasfaserkabel steht die Wiha Werkzeuge GmbH Seite an Seite mit ihrer Gemeinde und dem Landkreis.

Das Schwarzwälder Traditionsunternehmen steht vor einer großen Herausforderung. Zahlreiche Awards und eine langjährige, erfolgreiche Firmengeschichte belegen den Führungsanspruch im Segment der Handwerkzeuge für den professionellen Anwender. Top Produkte, Top Mitarbeiter, Top Entwicklung und eine zukunftsweisende Strategie. Die Unternehmensleitung mit Standort in Schonach könnte ihren bewährten Weg optimistisch fortsetzen. Aber ein nicht im Ansatz ausreichend ausgebautes Internetnetzwerk lässt ein Gefühl von angezogener Handbremse beim Überholvorgang entstehen. Wiha freut sich nun sehr über einen ersten, gewaltigen Schritt im Hinblick auf eine Umstellung hin zum Glasfasernetzanschluss und damit seine Ankoppelung „ans digitale globale Dorf“ der heutigen Zeit.

Der einst für seine Tüftler, geschäftstüchtigen sowie wirtschaftlich starken Unternehmer bekannte ländliche Südwesten sieht sich mehr und mehr ins Abseits gedrängt. Eine hochleistungsstarke, stabile und sichere Internetverbindung zählt heute zu den wichtigsten Voraussetzungen eines „Global Players“- eines Unternehmens, das nicht nur am internationalen Wettbewerb teilnimmt, sondern auch in seiner Branche mit Technik, Qualität und Innovation eine führende Rolle einnimmt. Wilhelm Hahn, geschäftsführender Gesellschafter von Wiha, kämpft nicht erst seit heute für den Ausbau des Internetnetzes in Schonach. Für eine reibungslose Umstellung auf eine zukunftsfähigere Vernetzung von Wiha mit ihren restlichen Standorten, Auslands- Töchtergesellschaften und Handelspartnern wäre eine Übertragungsleistung von mindestens 100 Mbit pro Sekunde notwendig. Im Moment erreicht man in Schonach gerade einmal 8,5 Mbit pro Sekunde über das Kupferkabel. Dieser Zustand ist für den jungen Wirtschaftsingenieur so nicht akzeptabel. „Vor meinem Eintritt in das Unternehmen vor vier Jahren war ich innerhalb meiner Unternehmensberatertätigkeit viel im Ausland unterwegs. Man muss sich vorstellen, z. B. gibt es in Vietnam, Südchina oder in Indien um ein Vielfaches bessere und leistungsfähigere Internetzugänge als bei uns in Schonach, um nur drei Beispiele zu nennen.“ Im Unternehmen berät man sich seit Jahren um alternative Lösungsansätze, die einem Glasfaseranschluss von Wiha entgegenstehen. Aber die IT Spezialisten sind sich mit der Geschäftsführung einig. Es muss in den nächsten Jahren eine deutliche Verbesserung des Internetnetzes geben. Zusammen mit Schonachs Bürgermeister Jörg Frey, der sich auch von Seiten der Gemeinde klar in Sachen „FTTB: fibre to the Building- Glasfaserkabelanschluss für einzelne Gebäude“ positioniert, setzt sich Wiha zielstrebig für die schnelle Umsetzung des Netzausbaus ein. Man ist sich dem regionalen Nachteil in Puncto Infrastruktur mehr als bewusst, Wettbewerbsvorteile können nur unzureichend ausgeschöpft und Wachstumspotenziale nur gehemmt vorangetrieben werden. „Siebzig Prozent der notwendigen Prozesse können wir heute schon nicht mehr mit unserem bestehenden System abbilden.“ Dass sich Wiha seit Jahren trotz diesen Bedingungen mehr als standhaft und kämpferisch erfolgreich zeigt, verdeutlicht die Qualität, Zielstrebigkeit und auch Schwarzwälder Hartnäckigkeit des innovativen Werkzeugproduzenten.

Dennoch zeigt man sich in Schonach nun aber sehr erleichtert. In eigener Initiative gründete der Landkreis einen eigenen Zweckverband Schwarzwald-Baar für den Breitbandausbau. Erstmals in Baden-Württemberg schlossen sich alle Gemeinden zusammen. Nach dem Motto „Geht nicht gibt’s nicht“ stellten sie sich ihrem gemeinsamen Problem und tüftelten in eigener Regie eine Lösung. Marktanbieter wie beispielsweise die Telekom stellten sich ja bereits vehement „auf dem Ohr taub“ und argumentierten mit zu hohen Kosten. Innerhalb der nächsten drei Jahre soll für rund elf Millionen Euro eine Art ringförmige Datenautobahn im Kreisgebiet entstehen. Im weiteren Schritt können sich dann die Kommunen zügig mit ihren Ortsnetzen dran hängen. Für Wiha im Speziellen ist das ein wichtiges Vorankommen, die Weichen sind so für die Zukunft gestellt, der Standort Schonach kann als Hauptwerk weiter im Rennen bleiben.
Bereits im September gingen Wilhelm Hahn und Bürgermeister Jörg Frey mit ihrem Anliegen und der positiven Botschaft über die aktuelle Entwicklung an die Öffentlichkeit. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung sowie ein Radiobeitrag des Südwestrundfunks fungierten als Sprachrohre in die mediale Welt. Mit dem Werkzeug eines Highspeed-Internets können Wiha´s Premium Handwerkzeuge bald noch besser und schlagkräftiger in der Welt vertrieben werden. Mit „Highspeed“ bewegt man sich als nun hoffentlich bald auf dem digitalen wie auch internationalen Werkzeug-Parkett.

Suitable downloads